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Der Sternenhimmel im Januar 2022

Hier ist eine Übersicht über den Sternenhimmel in diesem Monat. Die Grafiken wurden mit der Freeware Stellarium erstellt. Die Aufnahmen der Planeten entstanden am Teleskop der Aachener Sternwarte. Beim Klicken auf die Bilder werden diese vergrößert.

Der Sternenhimmel am Anfang Januar gegen 18.00 Uhr in südwestlicher Richtung.

Nach Sonnenuntergang stehen Pegasus, Fische, Widder und Walfisch über dem südlichen Horizont. Im Südwesten gehen Steinbock und Wassermann unter. Im Westen sehen wir noch das Sommersternbild Adler tief über dem Horizont.

Am Abend des 5. Januars steht die Sichel des zunehmenden Mondes zwischen Jupiter und Saturn.

 

Am 6. Januar ist der Mond weitergezogen und steht östlich (links) von Jupiter. Jupiter und Saturn ziehen sich in der nächsten Zeit vom Abendhimmel zurück, d.h., sie gehen immer früher unter und können nicht beobachtet werden. Jupiter geht Anfang Januar gegen 21.00 Uhr unter, Ende des Monats bereits gegen 19.30 Uhr. Saturn kann nur noch bis Mitte Januar gesehen werden, danach verschwindet er in der hellen Dämmerung.

Bis Mitte Januar besteht die seltene Gelegenheit, den Merkur zu beobachten. Nach Sonnenuntergang ist er für etwa eine Stunde sichtbar, bevor er unter dem Horizont verschwindet. Merkur ist mit bloßem Auge sichtbar, in der Dämmerung jedoch etwas schwierig zu entdecken. Mit einem Fernglas kann man ihn leicht aufspüren. Orientieren kann man sich am hellen Jupiter und an dem nicht ganz so hellen Saturn. Die Planeten stehen von der Erde aus gesehen in einer Reihe am Himmel.

 

Im Teleskop erscheint Merkur als winziges Scheibchen, das Phasen zeigt, wie unser Mond.

Der Sternenhimmel Anfang Januar gegen 18.00 Uhr in südöstlicher Richtung.

Im Osten sind Stier, Zwillinge, Perseus und Fuhrmann aufgegangen. Orion erhebt sich gerade über den Horizont.

Der Sternenhimmel Anfang Januar gegen 18.00 in nördlicher Richtung.

Der Große Bär steht tief über dem nördlichen Horizont. Seine sieben hellsten Sterne bezeichnen wir auch als den "Großen Wagen", weil die Form leicht einprägsam ist. Der offizielle Name lautet jedoch Großer Bär.

Höher am Himmel steht der Kleine Bär, auch Kleiner Wagen genannt. Der Hauptsern des Kleinen Bären ist Polaris, der Polarstern. Die nördliche Verlängerung unserer Erdachse zeigt ziemlich genau in Richtung des Polarsterns. Wenn sich die Erde an einem Tag um die eigene Achse dreht, sieht es so aus, als drehen sich alle Sterne - und auch die Sonne - im Gegenuhrzeigersinn um den Polarstern. Da der Polarstern fast genau im Norden steht, kann man ihn das ganze Jahr über als Kompass benutzen. 

Um den Kleinen Bären herum windet sich der Drache.

 

Der Sternenhimmel Anfang Januar gegen 21.00 Uhr in Richtung Südosten.

Über dem südöstlichen Horizont steht  Orion. Aufgrund seiner drei "Gürtelsterne", und den hellen Sternen Beiteigeuze und Rigel, ist seine Form leicht einprägsam. 

Im Südosten geht der Große Hund, Jagdbegleiter des Orion, auf. Hauptstern des Großen Hundes ist Sirius, der hellste Stern, den wir am Himmel sehen können. Sirius ist eigentlich kein besonders großer oder leuchtkräftiger Stern. Er ist "nur" etwa doppelt so groß wie unsere Sonne und hat die 20fache Leuchtkraft wie diese. Mit einer Entfernung von 8,5 Lichtjahren ist er jedoch relativ nah und er erscheint uns deshalb so hell. Zum Vergleich: Rigel, der helle "Fußstern" im Orion ist ca. 850 Lichtjahre entfernt. Er besitzt den 70fachen Durchmesser und die 80.000fache Leuchtkraft unserer Sonne.

Über Orion steht der Stier mit seinem Hauptstern, dem rötlichen Aldebaran.

Östlich (links) von Orion sehen wir die Zwillinge, mit den hellen Hauptsternen Castor und Pollux, westlich davon den unauffälligen Krebs.

 

 

Der Sternhimmel Anfang Januar in östlicher Richtung gegen 2.00 Uhr morgens.

Im Südosten steht das Frühjahrsternbilder Löwe. Der Löwe ist aufgrund der Anordnung seiner Sterne, die in etwa an ein Bügeleisen erinnern.

Im Osten geht das sehr ausgedehnte Sternbild Jungfrau auf. In Richtung Jungfrau (lateinisch: Virgo) liegt eine Ansammlung von fernen Galaxien, der Virgo-Galaxienhaufen. Um sie auszumachen, benötigt man ein lichtstarkes Fernglas oder Teleskop. 

In Richtung Südosten sehen wir eine Reihe von wenig auffälligen Sternbildern: Wasserschlange, Rabe, Becher sowie Luftpumpe, Schiffskompass und Sextant. Die ersten drei Sternbilder waren bereits in der Antike so genannt worden. Die übrigen sind technische Geräte, die erst im 17. und 18. Jahrhundert ihre Namen erhielten.

 

Der Sternhimmel Anfang Januar in östlicher Richtung gegen 7.30 Uhr morgens.

Vor Sonnenaufgang gehen Waage, Skorpion und Schlangenträger auf.

Darüber steht der Bärenhüter mit dem auffallenden Stern Arktur.

Östlich vom Bärenhüter kämpft der antike Held Herkules mit einem Untier.

Im Osten sind bereits die Sommersternbilder Adler, Leier und Schwan sichtbar.

Tief über dem Horizont stehr der rötliche Planet Mars, der gegen 6.00 Uhr morgens aufgeht.

 

 

Venus war noch im Dezember als Abendstern tief über dem westlichen Horizont sichtbar. Von der Erde aus gesehen wandert die Venus Anfang Januar rasch in Richtung Sonne. Am 7. Januar erreicht sie ihre Konjunktionsstellung. Sie befindet sich dann genau in Richtung Sonne, wobei sie einige Grad nördlich der Sonne steht. Sie wird allerdings von der hellen Sonne überstrahlt und bleibt am Taghimmel unsichtbar. Danach vergrößert sich ihr Winkelabstand zur Sonne und Venus wird ab Mitte Januar als Morgenstern vor Sonnenaufgang sichtbar. 

Mars, der westlich (rechts) von der Venus steht, ist in diesem Monat nicht besonders auffallend, da er mit 350 Millionen Kliometer weit von der Erde entfernt ist. Im Teleskop ist Mars nur ein winziges Scheibchen, auf dem keine Einzelheiten erkennbar sind.

 

Dagegen ist Venus im Januar "nur" rund 40 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Sie leuchtet auffallend hell. Im Teleskop ist sie als ganz schmale Sichel sichtbar.