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Der Sternenhimmel im September 2020

Hier ist eine Übersicht über den Sternenhimmel in diesem Monat. Die Grafiken wurden mit der Freeware Stellarium erstellt. Die Aufnahmen der Planeten entstanden am Teleskop der Aachener Sternwarte. Beim Klicken auf die Bilder werden diese vergrößert.

Der Sternenhimmel Mitte September gegen 21.00 Uhr. W ist Westen, S ist Süden.

Nach Sonnenuntergang stehen die Sternbilder Waage, Skorpion und Schütze (hier als Zentaur mit Pfeil und Bogen abgebildet) in südlicher Richtung tief über dem Horizont.

Im Westen geht das Sternbild Jungfrau unter. Darüber, östich (links) vom Großen Bären, steht der Bärenhüter mit dem hellen Stern Arktur. Die sieben hellsten Sterne des Großen Bären (dazu gehören Dubhe, Aliotzh, Mizar und Alkaid) werden auch als der "Große Wagen" bezeichnet. Die offizielle Bezeichnung des Sternbildes lautet allerdings Großer Bär.

Über dem Skorpion und der Waage erhebt sich das eher unbekannte aber ausgedehnte Sternbild Schlangenträger.Oberhalb vom Schlangenträger und dem Bärenhüter sehen wir Herkules (der legendäre Held kämpft auf der Abbildung gerade mit der neunköpfigen Hydra).

Der Sternenhimmel Mitte September gegen 21.00 in südlicher Richtung.

Hoch am südlichen Himmel stehen der Schwan, die Leier und der Adler. Ihre Hauptsterne Deneb, Wega und Altair bilden das sogenannte "Sommerdreieck". Das Sommerdreieck ist kein Sternbild, aber eine aufallende Anordnung von Sternen am Sommerhimmel.

Im Osten sind Steinbock, Wassermann, Fische und Widder aufgegangen. Darüber sehen wir das geflügelte Pferd Pegasus und die Prinzessin Andromeda, die von Perseus gerettet wurde. Den Perseus sehen wir östlich (links) von ihr - er hält das abgeschlagene Haupt der Medusa in der Hand.

Über dem südlichen Horizont stehen Jupiter und Saturn als helle "Sterne" im Sternbild Schütze.

 

 

Jupiter, größter Planet des Sonnensystems, ist auffallend hell. Im Teleskop erkennt man Wolkenbänder in seiner Atmosphäre und seine vier größten Monde. 

Nicht ganz so hell, aber ebenfalls auffallend ist Saturn, der Ringplanet. Im Teleskop zeigen sich sein faszinierendes Ringsystem und seine größten Monde.

Der Sternenhimmel Mitte September gegen 22.00 Uhr.

Anfang September geht der Planet Mars gegen 22.00 Uhr im Osten auf, Ende September bereits gegen 20.00 Uhr. Mars ist in diesem Monat strahlend hell. Sein rötliches Licht hat ihm den Namen „roter Planet“ eingebracht. In diesem Monat bewegt er sich durch die Fische.

Einige Grad östlich von Mars steht Uranus im Widder. Uranus ist in einer dunklen mondlosen Nacht theoretisch gerade noch mit bloßem Auge sichtbar.

Der Abstand Erde - Mars verringert sich im Laufe des Monats auf 62 Millionen Kilometer. Im Teleskop erscheint Mars als Scheibchen, auf dem dunkle Oberflächenstrukturen und eine weiße Polkappe sichtbar werden.

 

Der Sternenhimmel Mitte September gegen 6.00 Uhr morgens.

Am frühen Morgen sehen wir in Richtung Osten die Tierkreiszeichen Stier, Zwillinge, Krebs und Löwe.

Ebenfalls morgens sichtbar ist der Orion, mit den hellen Sternen Beteigeuze und Rigel. Markant sind die Sterne Mintaka, Alnilam und Alnitak, die den Gürtel des Orion bilden. Unterhalb vom Orion jagt der Große Hund den Hasen. Sirius, der Haupstern des Großen Hundes, ist der hellste Fixstern am Himmel. 

Über den Zwillingen und dem Stier steht der Fuhrmann mit dem hellen Stern Capella.

Im Südosten, unterhalb vom Mars, ist der ausgedehnte aber wenig auffällige Walfisch, mit den Sternen  Menkar und Diphtar, sichtbar. Der griechischen Sage nach handelt es sich um ein Untier, das augesandt wurde, um die Prinzessin Andromeda zu verschlingen.

Vor Sonnenaufgang geht die Venus als strahlend heller Morgenstern im Osten auf. Im Laufe des Monats wandert sie von den Zwillingen, durch den Krebs in den Löwen.

Im Teleskop zeigt Venus Phasen, wie der Mond. In diesem Monat erscheint sie zunächst als "Halbvenus". Sie wird in den nächsten Wochen immer kleiner und runder, da sie sich bei ihrem Lauf um die Sonne von der Erde entfernt.

Am 11. September erreicht Planet Neptun seine Oppositionsstellung im Sternbild Wassermann. Er steht dann - von der Erde aus gesehen - der Sonne genau gegenüber. Die Zeit um die Opposition bietet die beste Gelegenheit, einen Planeten zu beobachten, da er die ganze Nacht über sichtbar ist.  

Neptun, der fernste Planet des Sonnensystems, ist über 4,3 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Sein Licht braucht über 4 Stunden, um uns zu erreichen. Um Neptun zu sehen benötigt man ein ein Fernglas oder Teleskop. Doch selbst im großen Teleskop der Aachener Sternwarte erscheint er nur als winziges Scheibchen, auf dem keine Einzelheiten sichtbar sind.

Am 22.September ist Herbst-Tagundnachtgleiche. Die Sonne durchquert an diesem Tag den Himmelsäquator im Sternbild Jungfrau. Zur Tagundnachtgleiche dauert überall auf der Erde der Tag genau so lange wie die Nacht. Die Sonne geht an diesem Tag exakt im Osten auf und exakt im Westen wieder unter. Am Äquator steht sie mittags genau im Zenit. An den Polen der Erde geht die Sonne weder auf noch unter. Sie beschreibt zur Tagundnachtgleiche in Horizonthöhe einen vollen Kreis um den Beobachter.