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Der Sternenhimmel im Mai 2022

Hier ist eine Übersicht über den Sternenhimmel in diesem Monat. Die Grafiken wurden mit der Freeware Stellarium erstellt. Die Aufnahmen der Planeten entstanden am Teleskop der Aachener Sternwarte. Beim Klicken auf die Bilder werden diese vergrößert.

Der Sternenhimmel Anfang Mai gegen 22.00 Uhr MESZ (Sommerzeit) in südwestlicher Richtung.

Nach Sonnenuntergang gehen die Wintersternbilder Orion und Stier im Westen unter. Höher am Himmel stehen Zwillinge und Fuhrmann.

Über dem südwestlichen Horizont sind Krebs und Löwe sichtbar.

 

 

Der Sternenhimmel Anfang Mai gegen 22.00 Uhr in südöstlicher Richtung.

Im Osten sind die Sternbilder Jungfrau und Bärenhüter aufgegangen. 

In Richtung Jungfrau (lateinisch: Virgo) liegt eine Ansammlung von fernen Galaxien, der Virgo-Galaxienhaufen. Um sie auszumachen, benötigt man ein lichtstarkes Fernglas oder Teleskop. 

Auffallend hell ist Arktur, Hauptstern des Bärenhüter. Der rötliche Arkur ist der vierthellste Stern am Nachthimmel. Es handelt sich um einen Riesenstern in 37 Lichtjahren Entfernung.

In Richtung Südosten sehen wir eine Reihe von wenig auffälligen Sternbildern. Die wenig bekannte Wasserschlange ist das größte Sternbild am Himmel. Der Sextant, der Schiffskompass und die Luftpumpe wurden nach technische Geräten benannt, die im 17. Jahrhundert modern waren. Die übrigen hier beschriebenen Sternzeichen waren bereits in der Antike so benannt worden.

 

 

Der Sternenhimmel Anfang Mai gegen 22.00 in nördlicher Richtung.

Hoch am Himmel, auf dem Kopf, steht der Große Bär im Norden. Seine sieben hellsten Sterne bezeichnen wir auch als den "Großen Wagen", weil die Form leicht einprägsam ist. Der offizielle Name lautet jedoch Großer Bär.

Daurunter steht der Kleine Bär, auch Kleiner Wagen genannt. Der Hauptsern des Kleinen Bären ist der Polarstern. Die nördliche Verlängerung unserer Erdachse zeigt ziemlich genau in Richtung des Polarsterns. Wenn sich die Erde an einem Tag um die eigene Achse dreht, sieht es so aus, als drehen sich alle Sterne - und auch die Sonne - im Gegenuhrzeigersinn um den Polarstern. Da der Polarstern fast genau im Norden steht, kann man ihn das ganze Jahr über als Kompass benutzen. 

Um den Kleinen Bären herum windet sich der Drache.

Tief über dem Horizont steht die Kassiopeia. Aufgrund der Anordnung ihrer Sterne wird sie auch als das "Himmels-W" bezeichnet.

 

Der Sternhimmel Anfang Mai in östlicher Richtung gegen 2.00 Uhr morgens.

Im Südosten gehen Waage, Skorpion und Schütze auf. Darüber steht der wenig bekannte, aber sehr ausgedehnte Schlangenträger.

Bei ihrem jährlichen Lauf über den Himmel bewegt sich die Sonne durch die sogenannten Tierkreiszeichen, die wir aus dem Horoskop kennen. Die Sonne wird also niemals im Großen Bären oder im Orion sichtbar sein. Der Schlangenträger bildet eine Ausnahme. Obwohl er nicht zu den  Tierkreiszeichen gehört, zieht die Sonne vom 30 November bis zum 18. Dezember durch den Schlangenträger.

Höher am Himmel sehen wir Herkules, den Helden aus der griechischen Antike.

 

Der Sternenhimmel Anfang Mai gegen 4.30 Uhr morgens in östlicher Richtung.

Tief über dem südöstlichen Horizont stehen Steinbock und Wassermann. Im Osten gehen die Fische auf.

Höher am Himmel stehen die Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler.

Durch Schwan und Adler zieht sich das Band der Milchstraße. Die Milchstraße - unsere Heimatgalaxie - ist eine gewaltige Ansammlung von Sternen. Es wird geschätzt, dass unsere Milchstraße 200 Milliarden Sterne enthält. Die Milchstraße ist nur an dunklen Orten, z.B. in der Eifel, mit bloßem Auge erkennbar und erscheint als schwach schimmerndes Band. Im Fernglas werden unzählige Sterne sichtbar.

 

 

Der Sternhimmel Anfang Mai in östlicher Richtung gegen 5.00 Uhr morgens.

Gegen 5.00 Uhr morgens, vor Sonnenaufgang, geht der Widder im Nordosten auf.

Über dem südöstlichen Horizont wird eine Kette von "Sternen" sichtbar. Es handelt sich um die Planeten Venus, Jupiter, Mars und Saturn.

 

 

Im Mai dieses Jahres haben wir die besondere Situation, dass vier Planeten von der Erde aus gesehen in einer Richtung sichtbar sind. Jupiter, Venus, Mars und Saturn sind dann wie an einer Perlenschnur am Himmel aufgereiht. Als Orientierung kann die helle Venus dienen, die mit bloßem Auge leicht zu finden ist. Die übrigen Planeten sind zwar auch mit bloßem Auge sichtbar, verblassen aber etwas in der hellen Morgendämmerung. Mit einem Fernglas lassen sie sich leicht finden.

Auf der Abbildung ist die Ekliptik als rote Linie eingezeichnet. Durch die Ekliptik zieht die Sonne - von der Erde aus gesehen - im Laufe des Jahres ihre Bahn durch die Tierkreiszeichen. Auch der Mond und die Planeten unseres Sonnensystems sind immer nur in der Nähe der Ekliptik zu finden.

 

Die Venus ist den ganzen Mai über als heller Morgensten sichtbar. Im Teleskop verändert sie ihre Gestalt allmählich von einer "Halbvenus" zur "Vollvenus".

Die Planeten Mars, Jupiter und Saturn eignen sich in diesem Monat noch nicht zur Beobachtung mit dem Teleskop. Sie stehen in der Dämmerung zu tief über dem Horizont. Die dichten Luftschichten der Erde stören die Beobachtung.

 

 

 

 

Am 29. Mai kommt es – von der Erde aus gesehen – zu einer nahen Begegnung von Mars und Jupiter. Die beiden Planeten sind dann 38 Bogenminuten (das ist etwas mehr als der Vollmonddurchmesser) voneinander entfernt. Tatsächlich beträgt der Abstand der beiden Planten voneinander etwa 570 Millionen Kilometer.

 

 

Bis etwa zum 10. Mai besteht die seltene Gelegenheit, den Planeten Merkur zu beobachten. Nach Sonnenuntergang ist er für etwa eine halbe Stunde sichtbar, bevor er unter dem nordwestlichen Horizont verschwindet. Merkur ist in der hellen Dämmerung etwas schwierig zu entdecken. Mit einem Fernglas kann man ihn leicht aufspüren.

 

Der Anblick des Himmels am 16. Mai gegen 5.00 Uhr morgens in Richtung Südwesten. Der verfinsterte Mond steht ganz knapp über dem Horizont (grüne Linie). Zum Vergrößern das Bild anklicken.

In den frühen Morgenstunden des 16. Mai ereignet sich eine totale Mondfinsternis. Der Mond wandert dann durch den Schatten, den unser Planet Erde in den Weltraum wirft. Mondfinsternisse können nur zu Zeiten des Vollmondes auftreten.

Ab 3.30 Uhr tritt der Mond in den Halbschatten der Erde, die Helligkeit des Mondes nimmt langsam ab. Um 4.28 Uhr tritt der Mond in den Kernschatten, die Helligkeit in den verfinsterten Bereichen nimmt deutlich ab. Um 5.29 Uhr befindet sich der Mond komplett im Kernschatten. Dies ist der Beginn  der Totalität, die bis 6.54 Uhr andauert.

Über Aachen geht der Mond allerdings gegen 5.45 Uhr im Westen unter, so dass sich bei freier Sicht über den Horizont nur der Beginn der totalen Finsternis beobachten lässt.