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Der Sternenhimmel im September 2021

Hier ist eine Übersicht über den Sternenhimmel in diesem Monat. Die Grafiken wurden mit der Freeware Stellarium erstellt. Die Aufnahmen der Planeten entstanden am Teleskop der Aachener Sternwarte. Beim Klicken auf die Bilder werden diese vergrößert.

Der Sternenhimmel Anfang September gegen 21.00 Uhr in südwestlicher Richtung.

Nach Sonnenuntergang geht das Frühjahrssternbild Jungfrau im Westen unter. Tief  dem südlichen Horizont stehen Waage und Skorpion.

Höher am Himmel in nordwestlicher Richtung steht der Große Bär. Die sieben hellsten Sterne  im hinteren Teil des Bären werden auch als der Große Wagen bezeichnet, da diese Form leicht einprägsam ist. Die offizielle Bezeichnung des Sternbildes lautet allerdings Großer Bär.

Folgt man der Krümmung der "Deichsel" des Großen Wagens (oder dem Schwanz des Großen Bären, mit dem Stern Alioth), gelangt man zu einem relativ hellen Stern, der in der Dämmerung einsam am Himmel steht. Dies ist der Arktur im Sternbild Bärenhüter.

Tief über dem Horizont ist die Venus für etwa eine Stunde tief über dem westlichen Horizont als Abendstern sichtbar. In der hellen Dämmerung ist sie noch nicht sehr auffallend. In den nächsten Monaten wird sie strahlend hell und nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel.

 

Der Sternenhimmel Anfang September gegen 21.00 Uhr in südöstlicher Richtung.

Tief am Horizont, östlich (links) vom Skorpion steht der Schütze. Skorpion und  Schütze steigen in unseren Breiten nie vollständig über den Horizont. Um sie ganz zu sehen, muss man nach Süden reisen, z. B. nach Südfrankreich. 

In Richtung Schütze liegt das Zentrum unserer Milchstraße. Die Milchstraße ist eine Galaxie, d.h., eine riesige Ansammlung von geschätzt 200 Milliarden Sternen. Mit unserem Sonnensystem befinden wir uns in einem der Spiralarme der scheibenförmigen Galaxie. Von der Erde aus nehmen wir die Galaxie als das umlaufende Band der Milchstraße wahr. Die Gegend um Schütze und Skorpion ist die sternreichste am irdischen Himmel. Es lohnt sich, dieses Gebiet mit dem Fernglas zu erkunden, da unzählige Sterne und neblige Strukturen sichtbar werden.

Höher am Himmel steht der ausgedehnte aber eher unauffällige Schlangenträger.  Die Gestalt trägt - wie der Name sagt - eine Schlange, die wiederum ein eigenes Sternbild darstellt.

Nach Sonnenutergang gehen im Osten die Planeten Saturn und Jupiter auf, die sich in diesem Jahr in den Sternbildern Steinbock und Wassermann aufhalten.

 

Der Sternenhimmel Anfang September gegen 21.00 in nördlicher Richtung.

Der Große Bär steht tief über dem nordwestlichen Horzont.

Höher am Himmel steht der Kleine Bär, auch Kleiner Wagen genannt. Der Hauptsern des Kleinen Bären ist Polaris, der Polarstern. Die nördliche Verlängerung unserer Erdachse zeigt ziemlich genau in Richtung des Polarsterns. Wenn sich die Erde an einem Tag um die eigene Achse dreht, sieht es so aus, als drehen sich alle Sterne - und auch die Sonne - im Gegenuhrzeigersinn um den Polarstern. Da der Polarstern fast genau im Norden steht, kann man ihn das ganze Jahr über als Kompass benutzen. 

Um den Kleinen Bären herum windet sich der Drache.

In nordöstlicher Richtung stehen die auffällige Kassiopeia - wegen ihrer Form auch das "Himmels-W" genannt - und der unauffällige Kepheus. Der griechischen Sage nach waren Kassiopeia und Kepheus die Eltern der Andromeda

Am nordöstlichen Horizont geht Perseus auf. In  der Hand hält er das Haupt der Medusa, das er ihr abgeschlagen hat.

 

Der Sternenhimmel Anfang September gegen Mitternacht in Richtung Südosten.

In Richtung Süden, hoch am Himmel, sind die Sommersternbilder Adler, Schwan und Leier sichtbar. Ihre auffallend hellen Hauptsterne Altair, Deneb und Wega bilden das "Sommerdreieck". Das Sommerdreieck ist kein Sternbild, aber eine sehr auffallende Anordnung von Sternen.

Richtung Südosten steht Pegasus, das fliegende Pfers aus der griechischen Sage. Darunter das lang gezogene Sternbild der Fische. Im Osten sind der Widder und der Stier aufgegangen. 

Auffallend hell und mit bloßem Auge gut sichtbar sind die Planeten Saturn und Jupiter. Beide Planeten erreichten im Vormonat ihre Oppositionsstellungen. Bei einer Opposition steht ein Planet - von der Erde aus gesehen - der Sonne genau gegenüber. Die Zeit um die Opposition bietet die beste Gelgenheit zur Beobachtung eines Planeten, da er dann die ganze Nacht über sichtbar ist. 

 

Saturn, zweitgrößter Planet im Sonnensystem, bietet im Teleskop einen beeindruckenden Anblick. Gut zu erkennen ist das Ringsystem.

 

Im Teleskop zeigt Jupiter - größter Planet des Sonnensystems - die farbigen Wolkenbänder in seiner oberen Atmosphäre. Gut zu beobachten sind auch die vier größten Monde des Jupiter - Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Sie sind bereits in einem Fernglas neben dem hellen Jupiter als kleine "Sternchen" zu erkennen.

Der Sternhimmel Anfang September in östlicher Richtung gegen 6.00 Uhr morgens.

Frühmorgens steht das markante Wintersternbild Orion im Osten. Anhand der drei "Gürtelsterne" und den hellen Sternen Beteigeuze und Rigel ist der Orion leicht zu identifizieren.

Über dem östlichen Horizont geht der Große Hund, Begleiter des Orion, auf. Sein Hauptstern ist Sirius, der hellste Stern, den wir am Himmel sehen können. Sirius ist eigentlich kein besonders großer oder leuchtkräftiger Stern. Er ist "nur" etwa doppelt so groß wie unsere Sonne und hat die 20fache Leuchtkraft wie diese. Mit einer Entfernung von 8,5 Lichtjahren ist er jedoch relativ nah und er erscheint uns deshalb so hell. Zum Vergleich: Rigel, der helle "Fußstern" im Orion ist ca. 850 Lichtjahre entfernt. Er besitzt den 70fachen Durchmesser und die 80.000fache Leuchtkraft unserer Sonne.

Tief über dem südwesttlichen Himmel steht der ausgedehnte aber unauffällige Walfisch. Der Sage nach sollte die schöne Andromeda, Tochter von Kepheus und Kassiopeia, einem grausigen Untier (dem Walfisch) geopfert werden. Perseus flog in letzter Sekunde auf Pegasus heran und versteinerte das Untier mit dem Haupt der Medusa.

 

Am 22. September erreicht die Sonne ihren Herbstpunkt, der genau auf dem Himmelsäquator liegt. Dies ist der Zeitpunkt der Herbst-Tagundnachtgleichen. Tatsächlich sind dann überall auf der Welt Tag und Nacht gleich lang. Die Sonne geht dann genau im Osten auf und im Westen unter.