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Der Sternenhimmel im Juni 2021

Hier ist eine Übersicht über den Sternenhimmel in diesem Monat. Die Grafiken wurden mit der Freeware Stellarium erstellt. Die Aufnahmen der Planeten entstanden am Teleskop der Aachener Sternwarte. Beim Klicken auf die Bilder werden diese vergrößert.

Der Sternenhimmel Anfang Juni gegen 22.30 Uhr in südwestlicher Richtung.

Nach Sonnenuntergang gehen die Wintersternbilder Zwillinge und Krebs im Westen unter. In südwestlicher Richtung steht das Frühjahrssternbild Löwe.

Tief über dem Horizont ist die Venus für etwa eine Stunde tief über dem westlichen Horizont als Abendstern sichtbar. In der hellen Dämmerung ist sie noch nicht sehr auffallend. In den nächsten Monaten wird sie strahlend hell und nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel. Im Juni wandert die Venus durch die Sternbilder Stier, Zwillinge und Krebs.

Anfang Juni ist Mars noch ein relativ helles Objekt am Himmel. Sein rötliches Licht gab ihm den Namen der „rote Planet“. Gegen Monatsende verblasst Mars zunehmend in der hellen Dämmerung. Nach Sonnenuntergang steht er in westlicher Richtung tief über dem Horizont. Mars wandert von den Zwillingen in den Krebs. Anfang Juni geht er gegen Mitternacht unter, Ende Juni gegen 23:30 Uhr. Sein Abstand zur Erde vergrößert sich auf 360 Millionen Kilometer. Im Teleskop erscheint Mars in diesem Monat als winziges Scheibchen, auf dem keine Strukturen erkennbar sind.

 

 

Der Sternenhimmel Anfang Juni gegen 22.30 Uhr in östlicher Richtung.

Im Osten ist die Waage aufgegangen. Im Süden steht das Frühjahrssternbild Jungfrau, mit dem hellen Stern Spica. Darüber steht der Bärenhüter, mit dem auffallend hellen Stern Arktur.

Das Haar der Berenike ist eine Ansammlung von eher unscheinbaren Sternen.

Tief am Horizont stehen die unscheinbaren Sternbilder Wasserschlange, Sextant, Becher, Rabe und Luftpumpe. Der Sextant und die Luftpumpe sind - anders als die vorgenannten Sternbilder - keine "klassischen" Sternbild, die wir aus der Antike übernommen haben. Es sind vielmehr technische Gerätschaften, die im 17. Jahrhundert modern waren und daher in dieser Zeit in Sternkarten aufgenommen wurden.

 

Der Sternenhimmel Anfang Juni gegen 23.00 in nördlicher Richtung.

Im Norden steht der Große Bär nach Sonnenuntergang auf dem Kopf. Die sieben hellsten Sterne  werden auch als der Große Wagen bezeichnet, da diese Form leicht einprägsam ist. Die offizielle Bezeichnung des Sternbildes lautet allerdings Großer Bär.

Westlich (rechts) des Großen Bären steht der Kleine Bär, auch Kleiner Wagen genannt. Der Hauptsern des Kleinen Bären ist Polaris, der Nordpolarstern. Die nördliche Verlängerung unserer Erdachse zeigt ziemlich genau in Richtung des Polarsterns. Wenn sich die Erde an einem Tag um die eigene Achse dreht, sieht es so aus, als drehen sich alle Sterne - und auch die Sonne - im Gegenuhrzeigersinn um den Polarstern. Da der Polarstern ziemlich genau im Norden steht, kann man ihn das ganze Jahr über als Kompass benutzen. 

Um den Kleinen Bären herum windet sich der Drache.

Tief über dem nördlichen Horizont stehen die auffällige Kassiopeia - wegen ihrer Form auch das "Himmels-W" genannt - und der unauffällige Kepheus. Der griechischen Sage nach waren Kassiopeia und Kepheus die Eltern der Andromeda. Das Sternbild Andromeda geht im Sommer erst morgens auf. 

Tief über dem nordwestlichen Horizont steht Perseus, der Held, der die schöne Andromeda vor einem grausigen Untier rettete. Östlich davon steht der Fuhrmann, mit dem hellen Stern Capella.

 

 

Der Sternenhimmel Anfang Juni gegen Mitternacht in Richtung Südosten.

Gegen Mitternacht gehen die Sommersternbilder Skorpion und Schütze im Osten auf. Die beiden Sternbilder erheben sich nur knapp über den Horizont und sind von unseren nördlichen Breiten aus nicht vollständig zu sehen.

Hauptstern des Skorpion ist der etwa 550 Lichtjahre entfernte Antares. Sein Name bedeutet so viel wie „Gegen-Mars“ (griechisch Anti-Ares. Ares war der griechische Kriegsgott, Mars der römische). Tatsächlich haben Mars und Antares in etwa das gleiche rötliche Licht und die gleiche Helligkeit. Antares ist ein Roter Riesenstern, der am Ende seiner Entwicklung angelangt ist. Er hat den 400fachen Durchmesser und die 65.000 Leuchtkraft der Sonne. Würde man Antares an Stelle unserer Sonne in das Sonnensystem setzen, würde der Stern alle inneren Planeten - das sind Merkur, Venus, Erde und Mars - verschlucken. In der nächsten Zeit (nach der astronomischen Zeitrechnung kann dies bis zu 10.000 Jahre bedeuten) wird Antares als Supernova explodieren. Aufgrund der großen Entfernung wird dies keine negativen Auswirkungen für das Leben auf der Erde haben. Immerhin wird der Sternüberrest am irdischen Himmel für ein paar Tage so hell wie der Vollmond leuchten.

Der ausgedehnte aber eher unauffällige Schlangenträger trägt - wie der Name sagt - eine Schlange, die wiederum ein eigenes Sternbild darstellt.

Über dem Schlangenträger sehen wie Herkules, den Helden aus der griechischen Sage - dort hatte er den Namen Herakles.

Im Osten sind die Sommersternbilder Adler, Schwan und Leier aufgegangen. Ihre auffallend hellen Hauptsterne Altair, Deneb und Wega bilden das "Sommerdreieck". Das Sommerdreieck ist kein Sternbild, aber eine sehr auffallende Anordnung von Sternen.

 

In Richtung Schütze liegt das Zentrum unserer Milchstraße. Die Milchstraße ist eine Galaxie, d.h., eine riesige Ansammlung von geschätzt 200 Milliarden Sternen. Mit unserem Sonnensystem befinden wir uns in einem der Spiralarme der scheibenförmigen Galaxie. Von der Erde aus nehmen wir die Galaxie als das umlaufende Band der Milchstraße wahr. Die Gegend um Schütze und Skorpion ist die sternreichste am irdischen Himmel. Es lohnt sich, dieses Gebiet mit dem Fernglas zu erkunden, da unzählige Sterne und neblige Strukturen sichtbar werden.

Der Sternhimmel Anfang Juni in südöstlicher Richtung gegen 3.30 Uhr morgens.

Im Laufe der Nacht sind Steinbock und Wassermann im Osten aufgegangen. Am frühen Morgen folgen Fische und Widder.

Die großen Gasplaneten Jupiter und Saturn gehen vor der Sonne im Osten auf und sind in der Dämmerung mit bloßem Auge gut auszumachen.

Im Teleskop zeigt Jupiter - größter Planet des Sonnensystems - die farbigen Wolkenbänder in seiner oberen Atmosphäre.

Saturn, zweitgrößter Planet im Sonnensystem, bietet im Teleskop einen beeindruckenden Anblick. Gut zu erkennen ist das Ringsystem..

Am 10. Juni zieht der Mond von der Erde aus gesehen vor der Sonne vorbei. Es kommt zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis, die allerdings nur von Nordamerika, Grönland und Nordasien aus vollständig zu sehen ist. In Aachen nehmen wir sie als partielle Finsternis wahr. Einzelheiten dazu findet man hier.

 

Am 21. Juni um 4.32 Uhr ist Sommersonnenwende. Die Sonne erreicht dann im Sternbild Zwillinge den nördlichsten Punkt am irdischen Himmel.