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Der Sternenhimmel im Mai 2021

Hier ist eine Übersicht über den Sternenhimmel in diesem Monat. Die Grafiken wurden mit der Freeware Stellarium erstellt. Die Aufnahmen der Planeten entstanden am Teleskop der Aachener Sternwarte. Beim Klicken auf die Bilder werden diese vergrößert.

Der Sternenhimmel Anfang Mai gegen 22.00 Uhr in südwestlicher Richtung.

Nach Sonnenuntergang gehen die Wintersternbilder Orion, Zwillinge, Krebs und Kleiner Hund im Westen unter. In der Dämmerung sind noch die hellen Sterne Beteigeuze (die Schulter des Orion), die Zwillngssterne Castor und Pollux sowie Prokyon im Kleinen Hund auszumachen.

Auch im Mai ist der Planet Mars noch ein helles Objekt. Augrund seines rötlichen Lichtes wird er auch der "Rote Planet" genannt. Allerdings vergrößert sich sein Abstand zur Erde auf über 330 Millionen Kilometer. Im Teleskop erscheint er nur noch als winziges Scheibchen, auf dem keine Details zu erkennen sind. Mars wandert im Mai durch die Zwillinge.

 

 

Der Sternenhimmel Anfang Mai gegen 22.00 Uhr in östlicher Richtung.

Im Osten sind die Frühjahrssternbilder Jungfrau und Löwe aufgegangen. Die Jungrau ist eines der größten Sternbilder am Himmel. Ihr Hauptstern ist die die ca. 250 Lichtjahre entfernte Spica (lateinisch: Kornähre). Der Löwe hat eine einprägsame Form und erinnert tatsächlich an eine liegende Raubkatze - wobei die Form auch schon mal als Maus oder Bügeleisen beschrieben wird. Hauptstern des Löwen ist der ca. 80 Lichtjahre entfernte Regulus (lateinisch: Prinz).

Östlich der Jungfrau steht der Bärenhüter, mit dem auffallend hellen Stern Arktur, der ca. 36 Lichtjahre entfernt ist.

Das Haar der Berenike ist eine Ansammlung von eher unscheinbaren Sternen.

Tief am Horizont stehen die unscheinbaren Sternbilder Wasserschlange, Sextant, Becher, Rabe und Luftpumpe. Die eher unbekannte Wasserschlange ist das größte Sternbild am Himmel. Da die Wasserschlange - mit Ausnahme des Hauptsterns Alphard - keine hellen Sterne enthält, ist sie wenig auffallend. Man braucht schon einen dunklen mondlosen Himmel, um sie zu identifizieren. Der Sextant und die Luftpumpe sind - anders als die vorgenannten Sternbilder - keine "klassischen" Sternbild, die wir aus der Antike übernommen haben. Es sind vielmehr technische Gerätschaften, die im 17. Jahrhundert modern waren und daher in dieser Zeit in Sternkarten aufgenommen wurden.

 

Der Sternenhimmel Anfang Mai gegen 22.00 in nördlicher Richtung.

Im Norden steht der Große Bär nach Sonnenuntergang auf dem Kopf. Die sieben hellsten Sterne (Alkaid, Mizar, Alioth, Megrez, Phekda, Merak, Dubhe) werden auch als der Große Wagen bezeichnet, da diese Form leicht einprägsam ist. Die offizielle Bezeichnung des Sternbildes lautet allerdings Großer Bär.

Unterhalb des Großen Bären steht der Kleine Bär, auch Kleiner Wagen genannt. Der Hauptsern des Kleinen Bären ist Polaris, der Nordpolarstern. Die nördliche Verlängerung unserer Erdachse zeigt ziemlich genau in Richtung des Polarsterns. Wenn sich die Erde an einem Tag um die eigene Achse dreht, sieht es so aus, als drehen sich alle Sterne - und auch die Sonne - im Gegenuhrzeigersinn um den Polarstern. Da der Polarstern ziemlich genau im Norden steht, kann man ihn das ganze Jahr über als Kompass benutzen. 

Um den Kleinen Bären herum windet sich der Drache.

Tief über dem nördlichen Horizont stehen die auffällige Kassiopeia - wegen ihrer Form auch das "Himmels-W" genannt - und der unauffällige Kepheus. Der griechischen Sage nach waren Kassiopeia und Kepheus die Eltern der Andromeda. Das Sternbild Andromeda geht im Frühjahr abends unter. Nur der Almaak, der "Fuß" der Andromeda steht noch über dem Horizont. 

Tief über dem nordwestlichen Horizont steht Perseus, der Held, der die schöne Andromeda vor einem grausigen Untier rettete. Östlich davon steht der Fuhrmann, mit dem hellen Stern Capella.

 

 

Der Sternenhimmel Anfang Mai gegen 1.00 Uhr morgens in Richtung Osten.

Nach Mitternacht gehen Waage, Skorpion und Schlangenträger im Osten auf. Der ausgedehnte aber eher unauffällige Schlangenträger trägt - wie der Name sagt - eine Schlange, die wiederum ein eigenes Sternbild darstellt.

Über dem Schlangenträger sehen wie Herkules, den Helden aus der griechischen Sage - dort hatte er den Namen Herakles.

Im Osten sind die Sommersternbilder Adler, Schwan und Leier aufgegangen. Ihre auffallend hellen Hauptsterne Altair, Deneb und Wega bilden das "Sommerdreieck". Das Sommerdreieck ist kein Sternbild, aber eine sehr auffallende Anordnung von Sternen.

 

Blickt man gegen 3.00 Uhr morgens in Richtung Norden, ist gut erkennbar, wie sich der Himmel im Vergleich zum Abend um den Polarstern gedreht hat. Der Große Bär steht jetzt östlich (links) vom Polarstern. Der Fuhrmann (mit dem Stern Capella) ist untergegangen, die Andromeda ist aufgegangen. 

Der Sternhimmel Anfang Mai in südöstlicher Richtung gegen 5.00 Uhr morgens.

Im Laufe der Nacht sind Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische aufgegangen.

Am 2. Mai zieht der abnehmende Mond durch den Schützen.

Im Mai sind die großen Gasplaneten Jupiter und Saturn wieder sichtbar. Sie gehen vor der Sonne im Osten auf und sind in der Dämmerung mit bloßem Auge auszumachen.

Im Teleskop zeigt Jupiter - größter Planet des Sonnensystems - die farbigen Wolkenbänder in seiner oberen Atmosphäre.

Saturn, zweitgrößter Planet im Sonnensystem, bietet im Teleskop einen beeindruckenden Anblick. Gut zu erkennen ist das Ringsystem..

Der helle Planet Venus wird in den nächsten Monaten wieder als Abendstern zu bewundern sein. Im Mai ist sie nach Sonnenuntergang für etwa eine Stunde tief über dem Horizont in der Dämmerung sichtbar.

Im Mai ergibt sich die seltene Gelegenheit den Planeten Merkur zu beobachten. Merkur befindet sich - von der Erde aus gesehen - immer in der Nähe der hellen Sonne und wird von deren Licht überstrahlt. Vom 5. bis zum 15. Mai dürfte Merkur mit bloßem Auge sichtbar sein. Mit einem Fernglas ist er leicht zu finden.

 

Im Teleskop ist Merkur ein winziges Scheibchen, auf dem kaum Strukturen erkennbar sind. Er zeigt eine deutliche Phase, wie unser Mond.

Die Venus zeigt ebenfalls deutliche Phasen bei ihrem Umlauf um die Sonne. Obwohl ihr Durchmesser bis auf ca. eine Bogenminute anwächst und sie damit relativ groß wird (zum Vergleich; der Vollmond hat ungefähr einen Durchmesser von 30 Bogenminuten), sind keine Oberflächenstrukturen zu erkennen, da sie von einer dichten Wolkendecke verhüllt wird. 

Am Abend des 13. Mai steht die schmale Mondsichel einige Grad südöstlich (links-unten) von Merkur, was das Auffinden erleichtert. Wer noch nie den innersten Planeten des Sonnensystems gesehen hat, hat dazu im Mai die beste Gelegenheit.

Am 29. Mai sind Merkur und Venus nur ein halbes Grad am Himmel voneinander entfernt. Da die Planeten jedoch nach Sonnenuntergang tief über dem Horizont in der hellen Dämmerung stehen, benötigt man ein Fernglas zur Beobachtung.

Die scheinbare Nähe ergibt sich aus der irdischen Perspektive. Tatsächlich ist die Venus an diesem Tag 243 Millionen Kilometer und der Merkur 93 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die beiden Planeten trennen also 150 Millionen Kilometer voneinander. Das ist so viel wie der Abstand unserer Erde zur Sonne.