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Der Sternenhimmel im Oktober 2021

Hier ist eine Übersicht über den Sternenhimmel in diesem Monat. Die Grafiken wurden mit der Freeware Stellarium erstellt. Die Aufnahmen der Planeten entstanden am Teleskop der Aachener Sternwarte. Beim Klicken auf die Bilder werden diese vergrößert.

Der Sternenhimmel Anfang Oktober gegen 20.00 Uhr in südwestlicher Richtung.

Im Oktober wird es schon merklich früher dunkel, als im Sommer. Anfang Oktober geht die Sonne gegen 19.00 Uhr unter, Ende Oktober bereits gegen 18.00 Uhr.

Nach Sonnenuntergang verschwinden die Sternbild Jungfrau, Waage und Skorpion am westlichen Horizont.

Darüber stehen der eher unbekannte, aber sehr ausgedehnte Schlangenträger und der Herkules.

Im Nordwesten sehen wir den hinteren Teil des Großen Bären, dessen siebenhellste Sterne auch als der "Große Wagen bezeichnet" werden, da diese Form leicht einprägsam ist. Die offizielle Bezeichnung des Sternbildes lautet allerdings Großer Bär.

Folgt man der Krümmung der "Deichsel" des Großen Wagens (oder dem Schwanz des Großen Bären), gelangt man zu einem relativ hellen Stern, der in der Dämmerung einsam am Himmel steht. Dies ist der Arktur im Sternbild Bärenhüter.

 

Der Sternenhimmel Anfang Oktober gegen 20.00 Uhr in südöstlicher Richtung.

Die auffallendsten Objekte am frühen Abendhimmel sind zwei Planeten, nämlich Jupiter und Saturn. Sie wandern in diesem Monat langsam durch den eher unauffäligen Steinbock.

Im Teleskop zeigt Jupiter - größter Planet des Sonnensystems - die farbigen Wolkenbänder in seiner oberen Atmosphäre. Gut zu beobachten sind auch die vier größten Monde des Jupiter - Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Sie sind bereits in einem Fernglas neben dem hellen Jupiter als kleine "Sternchen" zu erkennen.

Saturn, zweitgrößter Planet im Sonnensystem, bietet im Teleskop einen beeindruckenden Anblick. Gut zu erkennen ist das Ringsystem.

 

Über Jupiter und Saturn stehen die Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler.

Im Osten sind Wassermann, Fische und Widder aufgegangen. Darüber steht Pegasus, das geflügelte Pferd aus der griechischen Sage.

Der Sternenhimmel Anfang Oktober gegen 20.00 in nördlicher Richtung.

Der Große Bär steht tief über dem nordwestlichen Horzont.

Höher am Himmel steht der Kleine Bär, auch Kleiner Wagen genannt. Der Hauptsern des Kleinen Bären ist Polaris, der Polarstern. Die nördliche Verlängerung unserer Erdachse zeigt ziemlich genau in Richtung des Polarsterns. Wenn sich die Erde an einem Tag um die eigene Achse dreht, sieht es so aus, als drehen sich alle Sterne - und auch die Sonne - im Gegenuhrzeigersinn um den Polarstern. Da der Polarstern fast genau im Norden steht, kann man ihn das ganze Jahr über als Kompass benutzen. 

Um den Kleinen Bären herum windet sich der Drache.

In nordöstlicher Richtung stehen die auffällige Kassiopeia - wegen ihrer Form auch das "Himmels-W" genannt - und der unauffällige Kepheus. Der griechischen Sage nach waren Kassiopeia und Kepheus die Eltern der Andromeda

Am nordöstlichen Horizont geht Perseus auf. In  der Hand hält er das Haupt der Medusa, das er ihr abgeschlagen hat.

 

Der Sternenhimmel Anfang Oktober gegen 23.00 Uhr in Richtung Südosten.

Im Osten geht der Stier auf. Sein Hauptstern ist der rötliche Aldebaran. Aldebaran ist ein roter Riesenstern in 65 Lichtjahren Entfernung. Er besitzt etwa die 2,5fache Mase unserer Sonne. Der Stern ist am Ende seiner Entwicklung angelangt und hat sich zu einem "Roten Riesen" aufgebläht. Sein Durchmesser beträgt das 45fache unserer Sonne. Seine Oberfläche hat eine Temperatur von ca. 4000°, was relativ kühl ist - zum Vergleich: die Oberflächentemperatur unserer Sonne beträgt etwa 6000° C. In 10 bis 100 Millionen Jahren wird Aldebaran seine Gashülle in den Weltraum abgeben. Zurück bleibt ein sehr heißer weißer Zwergstern.

Oberhalb des hellen Aldebaran wird ein kleine Gruppe von Sternen sichtbar, deren Anordnung in etwa an den Großen Wagen erinnern. Das sind die "Plejaden", auch Siebengestirn genannt. Die Plejaden sind eine Ansammlung von Sternen, ein Offener Sternhaufen, in ca. 430 Lichtjahren Entfernung. Aktuelle Beobachtung zeigen, dass ca. 500 Sterne zu dieser Gruppe gehören. Mit bloßem Auge sind sieben bis neun Sterne sichtbar, im Fernglas ca. 50 Sterne. Im Teleskop, bei niedriger Vergrößerung, sind die Plejaden einer der schönsten Anblicke am Himmel. 

Tief über dem südöstlichen Himmel steht der ausgedehnte aber unauffällige Walfisch. Der Sage nach sollte die schöne Andromeda, Tochter von Kepheus und Kassiopeia, einem grausigen Untier (dem Walfisch) geopfert werden. Perseus flog in letzter Sekunde auf Pegasus heran und versteinerte das Untier mit dem Haupt der Medusa.

 

Der Sternhimmel Anfang Oktober in östlicher Richtung gegen 4.00 Uhr morgens.

Frühmorgens geht das markante Wintersternbild Orion im Osten auf. Anhand der drei "Gürtelsterne" und den hellen Sternen Beteigeuze und Rigel ist der Orion leicht zu identifizieren.

Nach Orion geht der Große Hund, sein Jagdbegleiter, auf. Hauptstern des Großen Hundes ist Sirius, der hellste Stern, den wir am Himmel sehen können. Sirius ist eigentlich kein besonders großer oder leuchtkräftiger Stern. Er ist "nur" etwa doppelt so groß wie unsere Sonne und hat die 20fache Leuchtkraft wie diese. Mit einer Entfernung von 8,5 Lichtjahren ist er jedoch relativ nah und er erscheint uns deshalb so hell. Zum Vergleich: Rigel, der helle "Fußstern" im Orion ist ca. 850 Lichtjahre entfernt. Er besitzt den 70fachen Durchmesser und die 80.000fache Leuchtkraft unserer Sonne.

Nordöstlich (links oberhalb) von Orion sehen wir die Zwillinge, mit den hellen Hauptsternen Castor und Pollux, darunter den unauffälligen Krebs.

 

Der Sternhimmel Anfang Oktober in östlicher Richtung gegen 6.30 Uhr morgens.

Vor Sonnenaufgang geht das Frühjahrsternbild Löwe im Osten auf. Seine Form erinnert in etwa an ein Bügeleisen, daher ist er relativ leicht am Himmel auszumachen.

Ende Oktober besteht die seltene Gelegenheit, den Planeten Merkur zu beobachten. Gegen 5.30 Uhr geht er im Osten vor der Sonne auf. Er ist dann für etwa eine Stunde sichtbar, bevor er in der hellen Dämmerung unsichtbar wird. Merkur ist mit bloßem Auge sichtbar, in der Dämmerung jedoch etwas schwierig zu entdecken. Mit einem Fernglas kann man ihn leicht aufspüren. Zur Orientierung können die hellen Sterne des Löwen und der helle Stern (Arktur) im Bärenhüter dienen.

Merkur, innerster Planet des Sonnensystems, bewegt sich von der Erde aus gesehen immer in der Nähe der hellen Sonne und wird von deren Licht überstrahlt. Etwa dreimal im Jahr kann er für wenige Wochen gesehen werden.

Im Teleskop erscheint Merkur als winziges Scheibchen, das Phasen zeigt, wie unser Mond.

Nach Sonnenuntergang kann ein weiterer Planet beobachtet werden, die Venus. Nach Sonnenuntergang steht sie tief über dem südwestlichen Horizont. Die Venus wird sehr hell - nach Sonne und Mond ist sie das hellste natürliche Objekt am Himmel. In diesem Monat bewegt sie sich allerdings sehr tief über dem Horizont durch die Sternbilder Waage und Skorpion und ist in der hellen Dämmerung nicht sehr auffällig.

Bei ihrem Umlauf um die Sonne zeigt die Venus deutliche Phasen. In diesem Monat erscheint sie als "Halbvenus". Obwohl ihr Durchmesser bis auf ca. eine Bogenminute anwächst und sie damit relativ groß wird (zum Vergleich: der Vollmond hat ungefähr einen Durchmesser von 30 Bogenminuten), sind keine Oberflächenstrukturen zu erkennen, da sie von einer dichten Wolkendecke verhüllt wird.