Merkur am Abendhimmel

von Kurt Schaefer

Merkur, der innerste Planet des Sonnensystems, ist schwer zu beobachten. Aufgrund seiner relativ geringen Entfernung von rund 58 Millionen km zur Sonne steht er von der Erde aus gesehen immer in der Nähe unseres Tagesgestirns und wird von diesem überstrahlt. Zwei- oder dreimal im Jahr kann Merkur von unseren nördlichen Breiten aus am Abend- oder Morgenhimmel gesehen werden. Er ist dann so hell, dass er mit bloßem Auge sichtbar ist.

Vom 6. bis zum 20. Februar ergab sich wieder die Gelegenheit für eine abendliche Beobachtung. Aufgrund schlechten Wetters waren von Aachen aus nur an zwei Abenden Beobachtungen möglich - am 13. und an 17. Februar. Nach Sonnenuntergang konnte der flinke Planet tief über dem westlichen Horizont mit bloßem Auge gesehen werden.

Mit dem Refraktor der Sternwarte konnte Merkur noch vor Sonnenuntergang aufgespürt werden. Aufgrund des noch relativ großen Abstandes zum Horizont waren die Luftschichten unserer Atmosphäre weniger störend. Mit einer hochempfindlichen Schwarzweiss-Webkamera (DMK 21 618.AU) wurden jeweils 5000 Bilder mit Rot-, Grün- und Blaufiltern aufgenommen und mittels Software (Autostakkert 2.0) bearbeitet. Da sich die Luftunruhe immer noch stark bemerkbar machte, konnten nur 5% der Aufnahmen verwendet und zu einem Farbbild zusammengesetzt werden.

Das fertige Bild zeigt deutlich die Phase des Merkur, der von der Erde aus gesehen seitlich von der Sonne angestrahlt wurde.

Das Bild wurde in der Zeitschrift "Sterne und Weltraum" veröffentlicht.

Merkur am Taghimmel - aufgenommen mit dem Refraktor der Aachener Sternwarte (Autor: Kurt Schaefer)


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