Am Montag dem 9. Mai 2016 wanderte der innerste Planet Merkur - von der Erde aus gesehen - vor der Sonne vorbei. Aufgrund der Bahnverhältnisse von Erde und Merkur ist ein solcher Transit ein relativ seltenes Himmelsereignis.  Der letzte von Mitteleuropa aus zu beobachtende Merkurtransit fand 2003 statt Ein Merkurtransit im Jahr 2006 konnte von Deutschland aus nicht gesehen werden.

Den Berechnungen der Astronomen nach sollte Merkur die Sonnenscheibe am 9. Mai 2016 um 13.11 Uhr MESZ "berühren" (1. Kontakt).

Bereits eine Stunde vorher hatten die Mitglieder des astronomischen Arbeitskreises der Sternwarte Geräte aufgebaut und auf die Sonne ausgerichtet.

Der große Refraktor der Sternwarte war mit einem speziellen Sonnenfilter versehen worden.

Der Himmel über Aachen war leider nicht ganz klar, Schleierwolken und Kondensstreifen trübten die Sicht.

Die Zeit lief, die Amateurastronomen und Besucher warteten auf den 1. Kontakt...

...der jedoch aufgrund von Bewölkung nicht beobachtet werden konnte. Als die Wolke die Sonne wieder freigab, war Merkur deutlich als kleines Scheibchen sichtbar.

In den folgenden Stunden wurde der Merkurtransit ausgiebig mit verschiedenen Geräten und in allen Lagen verfolgt.

Ein Reporter der Aachener Nachrichten interviewte unsere Gäste und das Team der Sternwarte.

Jürgen Balk, Leiter der Volksternwarte, erläuterte mit Hilfe eines Computerprogrammes die Größenverhältnisse.

Im großen Teleskop der Sternwarte bot sich dieser Anblick:

Merkur ist das kleine schwarze Scheibchen am linken Sonnenrand. Zu diesem Zeitpunkt war der Planet etwa 66 Millionen Kilometer von der Sonne und 83 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Zum Vergleich: Unsere Sonne hat einen Durchmesser von etwa 1,4 Millionen Kilomtern - Merkur, der kleinste Planet des Sonnensystems, ist nur etwa 4900 Kilometer groß. Die dunklen Gebilde in der Mitte der Sonnenscheibe sind Sonnenflecken.

Im Laufe des Tages nahm die Bewölkung zu. Der Austritt des Merkurs, der gegen 20.40 Uhr stattfinden sollte, war von Aachen aus nicht mehr sichtbar.

Immerhin konnte die erste Hälfte des Transits erfolgreich beobachtet und aufgenommen werden. Etwa 90 Besucher hatten sich dazu auf der Sternwarte eingefunden.

Eine besondere Aufnahme gelang Arbeitskreismitglied Dirk Beba, der aufgrund der unsicheren Wetterlage Richtung Ruhrgebiet gefahren war. Bei sehr guten Sichtbedingungen konnte er außer dem Merkur noch eine hoch fliegende Schwalbe einfangen!

Text: Kurt Schaefer

Fotos: Dirk Beba, Michael Noyong, Oliver Pooth, Kurt Schaefer



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