"Wenn mich Reklame im Fernsehen nicht interessiert, schalte ich um. Wenn mich Reklame in der Zeitung nicht interessiert, blättere ich um. Aber wenn mich Reklame am Himmel nicht interessiert, kann ich nicht auf einen anderen Himmel schalten – denn es gibt nur diesen einen."

 Was ist Lichtverschmutzung? Kennen Sie die Milchstraße?

Wann haben Sie zuletzt einen prächtigen Sternenhimmel erlebt? Oder kennen Sie dies alles nur aus einem Planetarium? Dann sollten Sie sich Gedanken darüber machen, warum dies so ist! Wir sind dabei, eine Naturschönheit zu verlieren, die den Menschen bereits seit frühester Zeit fasziniert hat:

Den ungestörten Anblick des Sternenhimmels. Er versinkt heute in einem Meer von künstlicher Beleuchtung. Lichtreklame, Straßenlampen, Flutlichter, Scheinwerferkegel hellen den Himmel so stark auf, daß selbst in kleinen Städten nur die hellsten Sterne zu erkennen sind. Und sogar in entlegenen Landstrichen stören noch Lichtglocken über den Städten den Blick ins gestirnte Firmament.

Kometen – die Schweifsterne – haben früher die Menschen fasziniert, ihnen zeitweise sogar Angst und Schrecken eingejagt. Heute sind diese phantastischen Himmelsschauspiele kaum noch zu sehen, wenn man nicht extra die Lichterflut der Städte verlässt.

Polarlichter sind in unseren Breiten ebenfalls gar nicht so selten, doch auch sie sind aus der Lichtglocke der Städte nicht mehr zu erkennen.

In Amerika wurde dafür der Begriff "light pollution" geprägt - übersetzt:

LICHTverschmutzung

Auch in der Region Aachen nimmt die Lichtverschmutzung immer mehr zu. Neben negativen Auswirkungen auf die Natur ist auch die Sternwarte Aachen betroffen. Viele Himmelsobjekte können heute dem Besucher nicht mehr oder nur noch teilweise präsentiert werden. Dabei kann jeder Einzelne etwas gegen das Problem tun:

- Verwenden Sie zur Hausbeleuchtung nur abgeschirmte Lampen. Nicht die Lampe sollte zu sehen sein, sondern nur das zu beleuchtete Objekt. Verwenden Sie keine Rund- oder Kugelstrahler. Benutzen Sie wenn möglich Energiesparlampen.

 

- Verwenden Sie für Garageneinfahrten Bewegungsmelder. Diese sind nicht teuer und belasten auf Dauer den Geldbeutel weniger. Außerdem schreckt eine plötzlich durch Bewegung eingeschaltete Lampe Einbrecher viel besser ab als Dauerlicht.

- Verzichten Sie, wo möglich, auf Außenbeleuchtung.

- Falls Sie Gewerbetreibender sind: Verzichten Sie auf eine Beleuchtung von Schaufenstern und Werbetafeln die ganze Nacht über. Die entstehenden Kosten dürften den Gewinn an neuer Kundschaft nicht rechtfertigen.

- Verzichten Sie freiwillig auf den Einsatz von Skybeamern.

- Falls Sie sich von zu greller Beleuchtung belästigt fühlen: Machen Sie Ihren Ärger öffentlich! Die Stadt muß Straßenlampen abschirmen, falls sie beispielsweise in Ihr Schlafzimmer scheinen.

Wehren Sie sich gegen Skybeamer. Schreiben oder sprechen Sie Betreiber solcher Anlagen direkt an. Informationen und Hilfe erhalten Sie gerne bei der Initiative „Lichtverschmutzung“ an der Sternwarte (siehe Kontakt).

Beispiele für schlechte Beleuchtung - Lichtverschmutzung: (alle Fotos: Julio Deliguez, Dank an Dark Sky Switzerland, www.darksky.ch)

 

 

Schlecht abgeschirmte Beleuchtung einer Burg. Das Licht strahlt am Objekt vorbei und erleuchtet die Atmosphäre.


Skybeamer einer Diskothek. Diese wohl schlimmste Form der Lichtverschmutzung ist nicht nur störend sondern auch gefährlich!
Scheinwerfer beleuchten eine Halle. Auch hier wird Licht und damit Energie und Geld in den Himmel "verpulvert".


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