Problem Lichtverschmutzung

Die zunehmende künstliche Beleuchtung macht die Nacht zum Tage. Das Licht der Sterne wird ausgelöscht. Durch exzessive Beleuchtung, Anstrahlen von Gebäuden, nicht abgeschirmte Lampen, Bodenstrahler, wird Licht in der Atmosphäre gestreut, der Himmel wird aufgehellt.

In den Städten und deren Umgebung sind nur noch die hellsten Sterne sichtbar – viele Menschen haben noch nie die Milchstraße bewusst gesehen. Der Sternenhimmel, eines der ältesten Kulturgüter der Menschheit, geht verloren.  Die Lichtverschmutzung ist jedoch nicht nur ein Problem für Astronomen, sie hat auch Auswirkungen auf die Natur. Besonders betroffen sind nachtaktive Lebewesen, deren Lebensraum immer mehr schwindend. Aktuelle Studien zeigen außerdem, dass der Verlust der Nacht negative Auswirkungen auf  uns Menschen hat. Unser Biorhythmus und der Hormonhaushalt geraten durcheinander.

Der Himmel bei Aachen mit dem Kometen PANSTARRS. Aufgund der Lichtverschmutzung ist der Komet kaum zu erkennen

Erst langsam dringt die Erkenntnis in das öffentliche Bewusstsein, dass zu viel Licht auch Schattenseiten hat. Einige Länder haben bereits Gesetze zur Eindämmung der Lichterflut erlassen.

Den Astronomen und Naturschützern geht es nicht darum, alle Lichter auszuschalten. Vielmehr soll Licht sinnvoll eingesetzt werden.

Der Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung - aufgenommen in der Eifel

Sternenpark Nationalpark Eifel

Zur Erhaltung des Nachthimmels wurden weltweit einige Regionen zu besonderen Schutzzonen erklärt. In diesen Zonen ist der Himmel noch weitgehend von der Lichtverschmutzung verschont.

Der Nationalpark Eifel wurde im Februar 2014 als erster International Dark Sky Park in Deutschland anerkannt. Dies wurde durch die Bemühungen engagierter Amateurastronomen erreicht – hier sind besonders Harald Bardenhagen und Dr. Andreas Hänel hervorzuheben. Das Vorhaben wurde u.a. durch die Nationalparkverwaltung und Vogelsang ip unterstützt (hier der Presseartikel).

Aufgrund der dünnen Besiedlung kann der Sternenhimmel in einigen Gebieten der Eifel noch ungestört erlebt werden. Damit dies so bleibt, wollen die umliegenden Städte und Gemeinden Maßnahmen ergreifen, um die künstliche Beleuchtung auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Dies soll z.B. durch Installation voll abgeschirmter Leuchten geschehen, bei denen das Licht nur dorthin gelangt, wo es auch gebraucht wird.

Kurz zuvor war das Westhavelland in Brandenburg als erstes International Dark Sky Reserve in Deutschland anerkannt worden. Auch dort kann man den Sternenhimmel in seiner ganzen Pracht genießen (siehe hier).

Mehr zum Thema Lichtverschmutzung und weiterführende Links finden sie hier.

Sternspuren über dem Feuerwachturm bei Wolfgarten im Nationalpark Eifel (Foto: Harald Bardenhagen)


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