Chronologie der Entwicklung der Sternwarte Aachen bis 2010

1924 Ratsbeschluss zum Kauf eines Zeiss-Planetariums (150.000,-- Mark), Aufnahme eines Darlehens zum Kauf der Planetariumseinrichtung bei Carl Zeiss Jena durch die Stadt Aachen, Lagerung der erworbenen Planetariumseinrichtung beim Hersteller bis zur vorgesehenen Fertigstellung des Planetariumsgebäudes.

1927 Der Rat der Stadt Aachen lehnt die Freigabe der Mittel für den Bau eines Planetariumsgebäudes (135.000,--/250.000,- Mark) ab.

1934 Tausch der bei Zeiss lagernden Planetariumeinrichtung gegen eine Zeiss-Sternwarteneinrichtung samt Sternwartengebäude (45.870,-- RM). Bau der Sternwarte am Hangeweiher.

1935 Eröffnung der Sternwarte. Oberstudienrat Wilhelm Schulze wird ihr erster Leiter. Er führt mit großem Erfolg die öffentlichen Führungen und abendlichen Himmelsbeobachtungen an der Sternwarte ein.

Bis 1936 Insgesamt 9.748 Besucher

1939 Konrektor Hans Maassen übernimmt nach dem plötzlichen Tod von Herrn Schulze die Leitung der Sternwarte

1941-1945 Schließung der Sternwarte. Auslagerung der optischen und sonstigen Zubehörteile im Aachener Rathauskeller und im Fraunhofer-Institut in Freiburg. Demontage der kupfernen Kuppelverkleidung. Die Sternwarte wird als Beobachtungsstand der Wehrmacht genutzt, schwere Beschädigung des Gebäudes durch eine Fliegerbombe, wobei die Sternwartenbibliothek durch einen Brand vernichtet wird

1945/46 Instandsetzung der Sternwarte unter dem Bauamtsangestellten Hans Massen und Wiedermontage der Optik

1946 Wiedereröffnung der Sternwarte. Aufnahme der öffentlichen Führungen und abendlichen Himmelsbeobachtungen samstags und sonntags, zusätzlich separate Führungen für geschlossene Gruppen

1947 Das Protuberanzen-Spektroskop sowie die Sonnen- und Mondkamera kommen vom Fraunhofer-Institut in Freiburg zurück nach Aachen, 740 Besucher bisher, Gründung einer astronomischen Arbeitsgemeinschaft, die sich regelmäßig freitags in der Sternwarte oder im Couven-Gymnasium trifft, ständig steigende Besucherzahlen. Mit Unterstützung von Hans Massen werden sechs wissenschaftliche astronomische Arbeiten durch Studenten der pädagogischen Hochschule erstellt.

1960 Konrektor Peter Braun wird Leiter der Sternwarte, Einrichtung von regelmäßigen VHS-Kursen zur Astronomie in der Sternwarte mit Fortführung der öffentlichen Führungen, abendlichen Himmelsbeobachtungen und Gruppenführungen

1963 Einrichtung eines kleinen Vortragsraumes (ca. 16qm) in der Sternwarte, erste Generalüberholung des Fernrohrs

1975 Die VHS richtet einen hauptamtlich geleiteten Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Technik“ ein, dem die Sternwarte zugeordnet wird

1978 Entstehung der „Arbeitsgemeinschaft Astronomie Aachen e.V. (AAA)“, der die Volkshochschule Beobachtungsmöglichkeiten in der Sternwarte einräumt. Als Gegenleistung übernimmt die AAA anfallende Wartungsarbeiten und die Betreuung der öffentlichen Himmelsbeobachtungen in der Sternwarte

1980 Neubau der baufällig gewordenen Außentreppe zur Kuppel, Pflasterung des Weges zur Sternwarte. Wissenschaftliche Veröffentlichung der AAA „Protuberanzen im Spektroskop“

1981 Zwecks Durchführung von Sanierungsarbeiten am Gebäude wird die Sternwarte vorübergehend geschlossen. Gleichzeitig wird das astronomische Beobachtungsinventar durch Mitglieder der AAA überholt

1983 Nach Abschluß der baulichen und der Geräte-Renovierungen durch die Stadt und durch Mitglieder der astronomischen Gruppierungen wird die Sternwarte am 16. 4. 1983 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Drei Monate nach Wiedereröffnung kam schon der tausendste Besucher (er erhielt ein Mondphoto, welches am Fernrohr der  der Sternwarte aufgenommen wurde)

10.9.1983 Erster „Tag der offenen Tür“ in der Sternwarte, mit mehr als 1.000 Besuchern

1984 Einrichtung von regelmäßigen öffentlichen Sonnenbeobachtungen sonntags

1985 50-Jahr-Feier mit „Tag der offenen Tür“ sowohl in der Sternwarte als auch im VHS Gebäude, Peterstraße. Seit Wiedereröffnung der Sternwarte 1983 hat die Sternwarte ca. 8.000 Besucher

1986 Beschaffung eines Unterrichtscomputers.

1987 Beschaffung eines Monitors und einer Satellitenempfangsstation

1988 Beschaffung eines Videorekorders

1989 Beschaffung eines H-alpha-Filters für den Zeiss-Refraktor und eines Großfernglases, Reparatur des Kuppeldachs und Erneuerung des Außenanstrichs der Sternwarte

1990 Mit dem 1.1.1990 übernimmt Herr Karl Heidlas die Leitung die Sternwarte und die Betreuung des VHS-Arbeitskreises „Astronomie“, der sich regelmäßig monatlich an jedem 2. Donnerstag in der Sternwarte trifft.

1990 Brandstiftung im Keller der Sternwarte, Erneuerung der zerstörten Gas-, Strom- und Wasseranschlüsse im Keller, Renovierung des kleinen Unterrichtsraums, Anschaffung moderner Großfeldokulare für das große Fernrohr

1991 Sanierung der Dachterasse um die Beobachtungskuppel. Anschaffung eines neuen AS-Objektivs für den Zeiss-Refraktor.

1996 Freigabe der städtischen Haushaltsmittel für den notwendigen Umbau der Sternwarte. Beginn der Arbeiten im November 1996. Völlige Entkernung des Gebäudes, Einrichtung eines neuen, großen Unterrichtsraums, einer neuen Toilettenanlage und einer Dunkelkammer. Einbau einer Gas-Etagenheizung. Neben den Mitteln der Stadt und der VHS wurde durch die Arbeitsleistung von Mitgliedern des VHS-Arbeitskreises „Astronomie“ die Renovierung von Kuppelraum, des Fernrohrs und der Außenfassade ermöglicht.

1997 Abschluß der Bauarbeiten im April 1997, Wiedereröffnung am 22. April mit einem Tag der Offenen Tür und ca. 2000 Besuchern. Der Kulturausschuß beschließt das vorgelegte neue Nutzungskonzept für die Sternwarte. Mit der Wiedereröffnung der Sternwarte, einem ausgeweiteten Veranstaltungsprogramm und den deutlich verbesserten Arbeitsbedingungen nimmt das öffentliche Interesse an der Astronomie merklich zu. Neben den regelmäßigen Sa- und So-Führungen finden bis zu 4 mal pro Woche Führungen für geschlossene und vorangemeldete Gruppen (Volkshochschulen, sonstige WB-Einrichtungen, Familien, Vereine, Institutionen, Behörden, TH-Institute usw.) statt.

1998 Das Zeiss-Fernrohr erhält einen elektronischen Koordinatensucher („Sky-Commander“), um auch schwache  Himmelsobjekte sicher ansteuern zu können. Mitglieder des Arbeitskreises bauen eine CCD-Kamera, mit deren Hilfe eine Direktübertragung aus dem Fernrohr in den Unterrichtsraum auf einen Monitor ermöglicht wird.

1999 Die Sternwarte erhält eine neue Computerausstattung sowie einen zweiten TV-Monitor zum Video-Einsatz und für die Nutzung der CCD-Kamera.

2000 Das Sternwartengelände wird gleichzeitig mit dem benachbarten Gartengrundstück gärtnerisch neu gestaltet. Der Kellerraum wird saniert und renoviert. Eine Pergola samt Grillplatz wird errichtet.

2001 Zum Jahresende Beschaffung eines Nearstar-Sonnenteleskops zur Verbesserung und Ausweitung der Sonnenbeobachtung.

2003 Neugestaltung der Internet-Seite der Sternwarte. Im Dezember Beginn der Kuppeldachsanierung und weiterer damit im Zusammenhang stehender Arbeiten. Die Arbeiten gestalten sich als schwierig, da das Ausmaß der vorliegenden Schäden erst im Verlauf der Sanierung sichtbar wird.

2004 Im Oktober sind die Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Der Führungsbetrieb wird wieder in vollem Umfang aufgenommen.

2005 Zum 70. Geburtstag der Sternwarte erscheint das Buch "70 Jahre Sternwarte Aachen".

2009 Anlässlich des Internationalen Jahres der Astronomie bietet die Sternwarte zahlreiche Sonderveranstaltungen an. Mit 5.200 Besuchern wird ein neuer Besucherrekord erreicht.

2013 Dreharbeiten für den Kinofilm Rubinrot werden an der Sternwarte durchgeführt. Im Film stellt die Sternwarte das Observatorium einer finsteren Geheimgesellschaft dar.

2014 Als Anerkennung für seine Verdienste um die Astronomie wird Karl Heidlas, langjähriger Leiter der Sternwarte, besonders geehrt. Nach ihm wird der Asteroid (332706) Karlheidlas benannt.

2015 Der 80. Geburtstag der Sternwarte wird mit einem Tag der offenen Türe gefeiert.

2016 Installation von Encodern und einer Bluetooth-Schnittstelle am Refraktor. Mittels Planetariumsoftware und PC oder Tablet können so in kürzester Zeit lichtschwache Himmelsobjekte anvisiert werden.

 

 



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